Ehrenamtliche Bürgerprojekte
Zur Stärkung des Bottom-up Ansatzes im Beteiligungsprozess tragen die „Ehrenamtlichen Bürgerprojekte“ maßgeblich mit ihrer direkten Wirkung auf das Leben der Menschen vor Ort bei.
Für „Ehrenamtliche Bürgerprojekte“, die von gemeinnützigen Organisationen, NGOs, Gruppen nicht organisierter Menschen u. ä. durchgeführt werden, beträgt die Unterstützung max. 3.000 € je Einzelmaßnahme bzw. max. 100 % der förderfähigen Projektkosten.
Sitzmöglichkeit in den Hainbachauen Hochstadt
Natur erleben und gemeinsam Zeit verbringen
Die Projektgruppe Hainbachaue Hochstadt/Pfalz hat in den Hainbachauen in Hochstadt einen kleinen Begegnungsplatz für Jung und Alt geschaffen. Das Gelände wurde gepflegt und begehbar gemacht, sodass Besucherinnen und Besucher die Natur unmittelbar genießen können.
Für noch mehr Komfort und Aufenthaltsqualität wurde eine Holzsitzgruppe mit Überdachung gebaut. Im Frühjahr wird die Anlage durch eine bunte Blumenwiese, ein Bienenhotel und Nistkästen ergänzt. Bereits jetzt bereichern ein Klimabaum und sieben neu gepflanzte Bäume den Platz.
Mit dieser naturnahen Gestaltung entsteht ein Ort, der die Vielfalt der Tier- und Pflanzenwelt erlebbar macht, natürliche Ruhe bietet und die Regenerationsfähigkeit des Ökosystems unterstützt. Kinder und Jugendliche können hier die Natur hautnah entdecken, während Erwachsene Entspannung finden. Gleichzeitig erinnert der Platz an die Geschichte des Ortes, denn früher stand hier eine Ziegelei.
Die Hainbachauen verbinden Natur, Begegnung und Dorfgeschichte auf nachhaltige Weise und schaffen einen lebendigen, einladenden Raum für die ganze Gemeinde.
Ganzjahresversorgung heimischer Vogelarten in Kandel
Schutz und Fütterung für bedrohte Arten
In Kandel wird die ganzjährige Versorgung heimischer Vögel, darunter auch im Bestand bedrohte Arten, sichergestellt. Das notwendige Futter wurde bestellt und vollständig geliefert, Holz, Schrauben, Leim und weiteres Material wurden bereitgestellt.
Ein Futtersilo wurde gebaut, fachgerecht montiert und an geeigneten Standorten aufgestellt. Die Vögel werden ein- bis zweimal pro Woche an festen Plätzen wie Waldgebieten oder Feldrändern mit Bachlauf gefüttert.
Diese Maßnahme unterstützt den Erhalt der Artenvielfalt, stärkt bedrohte Vogelpopulationen und sorgt dafür, dass die Tiere auch in Zeiten knapper natürlicher Ressourcen zuverlässig versorgt werden. Sie trägt zugleich dazu bei, die heimische Natur für Menschen sichtbar und erlebbar zu machen.
Theateraufführungen „Driwwe un Hiwwe – Nie wieder steh auf!“ aus Neupotz
Geschichte erleben, Werte vermitteln, Gemeinschaft stärken
Das Ensemble des Theater Kauderwelsch e.V. hat ein eigenes Theaterstück geschrieben, inszeniert und aufgeführt. „Driwwe un Hiwwe – Nie wieder steh auf!“ nimmt die Zuschauer auf eine spannende Reise in die Vergangenheit mit, erzählt unsere Geschichte auf ironische, leichte, aber auch berührende Weise und ruft zum verantwortlichen Handeln und zum Einsatz für die Demokratie auf.
Das spielfähige Ensemble bestand aus 15 Spielerinnen, 2 Musikern, einer dreiköpfigen Baugruppe, 4 Technikern und 3 Assistentinnen – alles Ehrenamtliche, die in ihrer Freizeit gesellschaftlich wirken. Die Aufführungen fanden in Schweigen-Rechtenbach (protestantische Kirche), Klingenmünster (evangelische Kirche), Rülzheim (Synagoge), Landau (Haus am Westbahnhof) und Neupotz auf der Stammbühne des Ensembles statt. Begeisterte Zuschauer und volle Häuser zeigten, dass das Stück Menschen erreicht und bewegt hat.
Als zusätzlicher, nachhaltiger Effekt wurde durch das Projekt der Anstoß gegeben, am Deutschen Weintor eine Erinnerungstafel für die jüdischen Weinhändler anzubringen. Nach Aussagen der Verantwortlichen liegt der Antrag beim Denkmalschutz und wird in Kürze genehmigt. Das Projekt erfährt Unterstützung vom Ministerium für politische Bildung sowie von Landräten, was die Realisierung der Tafel wahrscheinlicher macht.
Um den hohen Anforderungen an Spiel und Inszenierung gerecht zu werden, wurde die Bühne mit einem speziellen Tanzboden ausgestattet. Dieser sorgt für sicheren Halt, gute Traktion, Schall- und Nebengeräuschabsorption, Komfort und Vielseitigkeit für verschiedene Tanz- und Spielarten. Er ist strapazierfähig, für Touring geeignet und kann in Zukunft für weitere Produktionen sowohl drinnen als auch draußen eingesetzt werden.
Das Projekt verbindet künstlerische Leistung, historische Erinnerung und gesellschaftliches Engagement und hinterlässt sowohl bei den Beteiligten als auch beim Publikum einen nachhaltigen Eindruck.
Wasserqualitätsmessungen im Neuburger Schilfgebiet
Bürgerwissenschaft für Schutz und Erhalt der Natur
Die Neuburger Schilfbürger haben im Neuburger Schilfgebiet ein umfassendes Projekt zur Wasserqualitätsmessung gestartet, um das wertvolle Ökosystem gezielt zu überwachen und zu schützen. Nach eingehender Recherche wurden verschiedene Messgeräte geprüft und auf der Meteorological Technology World Expo in Wien mit Herstellern direkt besprochen, um das passende Gerät für die Standortbedingungen zu finden.
Aufgrund von Lieferengpässen konnte das benötigte Messgerät schließlich direkt beim US-amerikanischen Hersteller beschafft und am 28. Dezember 2024 geliefert werden. Parallel dazu wurde im November die Messstation eingerichtet, an der das Gerät installiert wird. Zur Dokumentation der Umgebung und der Tierwelt wurde eine Wildkamera installiert. Zusätzlich sorgen ein Kabelschloss und externe Festplatten für den sicheren Schutz und die Speicherung der Messdaten.
Mit der Messstation können nun regelmäßig Wasserqualitätsdaten an festen Standorten erhoben werden. Die Daten erlauben es, Veränderungen im Schilfgebiet nachzuvollziehen, das Ökosystem gezielt zu schützen und den Lebensraum für die Tier- und Pflanzenwelt langfristig zu erhalten. Das Projekt liefert gleichzeitig wertvolle Erkenntnisse für Bürgerinnen, Bürger und zukünftige Forschungsarbeiten.
Aufwertung der historischen Gerichtsstätte Geraideplatz in Böchingen
Geschichte erleben und Natur genießen
Der Verein Leben im Dorf Böchingen hat den historischen Geraideplatz umfassend aufgewertet, um ihn sowohl als historischen Ort als auch als naturnahen Begegnungsraum erlebbar zu machen. Die ehemalige Rednerbühne wurde zu einer Steinbank umgestaltet, die Besucherinnen und Besucher zum Verweilen einlädt. Der vorhandene Findling wurde eingefasst und die Fläche mit Pflasterband und Lavasplit gestaltet, um eine klare Struktur und ansprechende Optik zu schaffen.
Zusätzlich wurde der Platz bepflanzt, wodurch ein naturnahes Umfeld entsteht und das Areal stärker in die Landschaft eingebunden wird. Die Auswahl der Pflanzen sorgt für saisonale Vielfalt und bietet zugleich Lebensraum für kleine Tiere und Insekten.
Eine neue Infotafel vermittelt historische Hintergründe und wurde von dem Historiker Rolf Übel aus Nußdorf mit Text, Fotos und Dokumenten aus dem Landesarchiv erstellt. Sie ist in die Lavaschüttung integriert und auf Vorder- und Rückseite bedruckt, sodass Besucherinnen und Besucher auf dem angrenzenden Wirtschaftsweg direkt auf die Geschichte des Platzes aufmerksam werden.
Die Gestaltung orientiert sich am einheitlichen Design der Böchinger Gemarkungsrundweg-Tafeln, sodass der Geraideplatz harmonisch in das Ortsbild eingebunden ist. Mit diesen Maßnahmen ist ein attraktiver, informativer und naturnah gestalteter Begegnungsort entstanden, der die Geschichte Böchingens sichtbar macht, zur Erholung einlädt und sowohl Einheimische als auch Besucher anspricht.
Erweiterung der Internetseite für den Kultur und Kunst Leinsweiler e.V.
Digitale Präsenz stärken und Vereinsarbeit erleichtern
Der Kultur und Kunst Leinsweiler e.V. hat seine Internetseite erweitert, um die digitale Präsenz des Vereins zu stärken und die Kommunikation mit Mitgliedern und Interessierten zu verbessern. Die Arbeiten begannen im Oktober 2024 mit der Vorbereitung der technischen Grundlagen, die von Jutta Haas umgesetzt wurden.
Nachdem die für die Befüllung der neuen Seiten notwendigen Daten zeitweise noch nicht bereitstanden, konnten die Arbeiten Anfang Dezember 2024 erfolgreich abgeschlossen werden. Am 16. Dezember 2024 folgte die Präsentation der neuen Funktionen sowie eine Schulung für die Mitglieder, um die Nutzung der erweiterten Webseite zu erleichtern.
Die Erweiterung umfasst unter anderem eine übersichtliche Darstellung von Veranstaltungen, Projekten und künstlerischen Aktivitäten des Vereins. Durch die neue Struktur können Inhalte leichter aktualisiert, aktuelle Informationen zeitnah bereitgestellt und Interessierte gezielt angesprochen werden. Die Schulung der Mitglieder stellt sicher, dass die Webseite künftig selbstständig gepflegt werden kann und als zentrales Kommunikationsinstrument des Vereins dient.
Mit dieser Maßnahme wird die digitale Sichtbarkeit des Vereins erhöht, die Zusammenarbeit innerhalb der Mitglieder gestärkt und das Kulturangebot in Leinsweiler nachhaltig präsentiert. Die Webseite trägt dazu bei, neue Zielgruppen zu erreichen, Ehrenamtliche zu aktivieren und die künstlerischen Angebote für die Öffentlichkeit noch attraktiver zu machen.
Panoramatafel am Aussichtspunkt „Liebesinsel“ in Essingen
Orientierung und Naturerlebnis für Besucher
Die Eh da-Initiative Essingen e.V. hat am beliebten Aussichtspunkt „Liebesinsel“ in der Gemarkung Essingen eine Panoramatafel installiert, um den Besuchern einen umfassenden Überblick über den Haardtrand und die Umgebung zu ermöglichen. Die „Liebesinsel“ ist ein stark frequentierter Treffpunkt, an dem bereits eine Sitzgruppe aus Steintisch und Bänken zum Verweilen einlädt.
Die Vorbereitungen begannen im September 2024 mit Fotos, Besprechungen vor Ort und der grafischen Umsetzung der Tafel durch eine Grafikerin. Parallel fertigte die ortsansässige Schreinerei Leibach ein stabiles Gestell für die Tafel an. Bei der Druckerei Hannes in Landau wurden die Möglichkeiten der Drucklegung abgestimmt.
Am 15. November 2024 wurde die druckfertige Vorlage übergeben, am 20. November die fertige Druckplatte abgeholt und am 21. November auf dem Gestell montiert. Die endgültige Aufstellung am Aussichtspunkt erfolgte am 23. November 2024.
Die feierliche Enthüllung der Panoramatafel fand am 24. November 2024 als kleines Fest statt. Die Veranstaltung wurde über das lokale Amtsblatt, die Vereinswebseite und die Rheinpfalz angekündigt, und über die Einweihung wird ebenfalls in den Medien berichtet.
Mit der Tafel erhalten Besucherinnen und Besucher eine anschauliche Orientierung, die Landschaft besser wahrzunehmen und die Schönheit des Haardrands zu erleben. Das Projekt stärkt die Attraktivität des Aussichtspunkts und unterstreicht das Engagement der Eh da-Initiative für Natur, Kultur und Begegnung im öffentlichen Raum.
Schutz von Wildtieren: Schild „Leinen können Leben retten“
Aufmerksamkeit schaffen und Lebensräume bewahren
Die Kreisgruppe SÜW im Landesjagdverband Rheinland-Pfalz e.V. hat im Rahmen des Projekts „Leinen können Leben retten“ Schilder installiert, um auf den Schutz von Wildtieren aufmerksam zu machen. Besonders im Frühjahr, wenn viele Vogelarten brüten und Wildtiere wie Hasen, Füchse oder Rehe ihre Jungen aufziehen, sind die Tiere besonders empfindlich. Hunde, die frei über Wiesen und Felder laufen, können Panik auslösen, die Jungtiere vertreiben oder ihre Elterntiere stören, was im schlimmsten Fall zum Verhungern der Jungen führen kann.
Die Schildaktion soll Hundebesitzer sensibilisieren und zur Mithilfe beim Schutz der Wildtiere aufrufen. Die Schilder wurden hergestellt und von den Kreisgruppen SÜW und Germersheim des Landesjagdverbands Rheinland-Pfalz sowie vom Naturschutzverband Südpfalz (NVS) ehrenamtlich an wichtigen Stellen in der Südpfalz aufgehängt. Ein Beispiel dafür ist ein Schild, das am 12. November 2024 bei Herxheimweyher montiert wurde.
Mit dieser Maßnahme werden sensibilisierte Wege für Spaziergänger, Radfahrer und Hundehalter geschaffen, die Lebensräume der Wildtiere schützen und gleichzeitig die Naturerfahrung für Menschen ermöglichen. Die Schilder leisten einen praktischen Beitrag zur Arten- und Lebensraumerhaltung in der Region und stärken das Bewusstsein für die Bedeutung achtsamen Verhaltens in der Natur.
Schaukasten zur Sensibilisierung für Naturschutz in Hochstadt
Informationen, Projekte und Aktivitäten anschaulich präsentieren
Der Naturschutzverband Hochstadt e.V. hat einen Schaukasten auf seinem Grundstück in der Gemarkung Oberhochstadt, Gewanne „In den Siebenmorgen“, aufgestellt, um die Bevölkerung für den Naturschutz zu sensibilisieren. Die Installation erfolgte auf einem vielbefahrenen touristischen Radweg zwischen Hochstadt und Kleinfischlingen, sodass Radfahrende und Spaziergänger direkt angesprochen werden.
In der 45. Kalenderwoche 2024 führten vier Vereinsmitglieder die erforderlichen Erd- und Betonarbeiten zur Aufstellung durch. Am 14. November 2024 wurde der Schaukasten final montiert und mit Informationsmaterial zu den Projekten und Aktivitäten des Vereins bestückt.
Der Schaukasten dient als anschauliches Informationsmedium, das Besuchern Einblicke in die Arbeit des Naturschutzverbandes gibt, über aktuelle Naturschutzprojekte informiert und das Bewusstsein für den Schutz der heimischen Flora und Fauna stärkt. Gleichzeitig unterstützt er die Nachhaltigkeit der Vereinsarbeit, indem er lokale Bürgerinnen und Bürger direkt erreicht und zu aktiver Teilnahme an naturschutzbezogenen Maßnahmen motiviert.
Re-Zertifizierung des Schaidter Westwallwegs
Ein Qualitätsweg für Naturerlebnis und Naherholung
Der Pfälzerwald-Verein e.V. Schaidt setzt sich dafür ein, dass der Schaidter Westwallweg als Qualitätsweg „Wanderbares Deutschland“ langfristig erhalten bleibt. Der 8,9 km lange Rundweg ist eine sorgfältig ausgewählte Strecke, die durch abwechslungsreiche Natur, historische Bezüge und landschaftliche Highlights besticht. Mit seiner thematischen Ausrichtung als „Traumtour“ bietet er Wandernden ein besonderes Erlebnis, das sowohl Körper als auch Geist anspricht.
Die Re-Zertifizierung hat das Ziel, die Qualität und Sicherheit des Wanderwegs dauerhaft zu gewährleisten und die Attraktivität für Besucherinnen und Besucher aus der Region und darüber hinaus zu steigern. Durch gut gepflegte Wege, klare Markierungen und eine naturnahe Streckenführung wird ein intensives Natur- und Kulturerlebnis geschaffen. Der Westwallweg verbindet Freizeit, Bewegung und Bildung über die Geschichte der Region und lädt dazu ein, die Umgebung aktiv zu erkunden.
Mit der erneuten Zertifizierung trägt der Verein dazu bei, die Region als attraktives Ziel für Naherholung und Tourismus zu stärken, die lokale Infrastruktur für Wandernde zu fördern und das Bewusstsein für die Schönheit und Bedeutung der regionalen Landschaft zu erhöhen. Der Weg vermittelt Erholung, Inspiration und Wertschätzung für Natur und Kultur zugleich.
Jüdisches Leben in Böchingen
Geschichte bewahren. Erinnerung sichtbar machen.
In Böchingen erinnern heute 46 Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig vor 17 Häusern an die jüdischen Bürgerinnen und Bürger des Ortes. Im 19. Jahrhundert zählte Böchingen zu den pfälzischen Gemeinden mit einem jüdischen Bevölkerungsanteil von über zehn Prozent – ein bedeutender, lange Zeit wenig beachteter Teil der Dorfgeschichte.
Mit dem nun erschienenen Buch werden die Lebensgeschichten hinter den Namen der Stolpersteine umfassend dokumentiert und für eine breite Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Auf Grundlage der Recherchen der Initiative Stolpersteine Böchingen sowie des Werkes „Juden in Böchingen. Spuren ihrer Geschichte 1548–1940“ von Bernhard Kukatzki hat die Historikerin Liz Schimanski das Material wissenschaftlich aufgearbeitet, vertieft und um umfangreiches Bildmaterial ergänzt.
Das rund 224 Seiten starke Buch macht die Geschichte des Ortes greifbar – besonders an den authentischen Schauplätzen im Dorf. Es stärkt das Bewusstsein für die eigene Vergangenheit und bietet zugleich eine fundierte Grundlage für den Einsatz im Schulunterricht, etwa im Zusammenhang mit der Geschichte des Nationalsozialismus oder im Rahmen der Heimatkunde.
Digitales Klimamonitoring im Terra-Sigillata-Museum in Rheinzabern
Kulturgut schützen. Zukunft nachhaltig gestalten.
Im Terra-Sigillata-Museum Rheinzabern wurde erfolgreich ein digitales Klimamonitoring an beiden Standorten eingerichtet. Ziel war es, verlässliche Messdaten zur Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit zu erfassen, um sowohl die wertvollen Exponate als auch die historischen Gebäude nachhaltig zu schützen.
Das Museum im historischen Schulhaus von 1875 im Ortskern von Rheinzabern stellt aufgrund seiner Bauweise – insbesondere in den Sommermonaten – hohe Anforderungen an das Raumklima. Auch die Außenstelle in der „Faustinastraße“, in der zwei römische Brennöfen in situ erhalten sind, benötigt aufgrund fehlender Luftzirkulation und notwendiger Entfeuchtung eine kontinuierliche Überwachung der klimatischen Bedingungen.
Installierte Messsonden erfassen nun dauerhaft Temperatur und relative Luftfeuchtigkeit und übertragen die Daten per WLAN in eine Cloud. Bei Über- oder Unterschreitung definierter Grenzwerte erfolgt eine automatische Benachrichtigung. Das System ist modular erweiterbar und ermöglicht dem Verein eine langfristige, nachhaltige Nutzung.
Das Monitoring schafft nicht nur Sicherheit für Objekte, Gebäude und Besuchende, sondern stärkt auch die touristische Attraktivität des Museums. Die dokumentierte Einhaltung klimatischer Standards bildet die Grundlage für hochwertige Sonderausstellungen mit Leihgaben anderer Museen.
Zugleich leistet das Projekt einen Beitrag zur dörflichen Entwicklung und zum Klimaschutz: Es fördert die Zusammenarbeit zwischen Ehrenamtlichen und regionalen Fachfirmen, baut die digitale Infrastruktur aus und schafft eine fundierte Datengrundlage für gezielte Maßnahmen zur Klimaregulierung. So können Energieeinsparpotenziale genutzt und nachhaltige Lösungen umgesetzt werden.
Flächendeckendes WLAN im Terra-Sigillata-Museum in Rheinzabern
Digitale Infrastruktur für ein Museum mit Zukunft
Im Terra-Sigillata-Museum Rheinzabern wurde erfolgreich ein flächendeckendes WLAN-Netz eingerichtet. Damit ist nun sowohl das historische Hauptgebäude – das ehemalige Schulhaus von 1875 mit vier Ebenen – als auch die Außenstelle „Brennöfen“ in der Faustinastraße vollständig mit Internetzugang versorgt.
Durch die Installation moderner Access-Points konnte die bisher auf den Empfangsbereich begrenzte Reichweite deutlich erweitert werden. Planung und Umsetzung erfolgten in enger Zusammenarbeit von Ehrenamtlichen und regionalen Fachfirmen, wobei neben technischen auch denkmalpflegerische und ästhetische Aspekte berücksichtigt wurden.
Das neue WLAN bildet die Grundlage für zahlreiche digitale Angebote: webbasierte Audioguides, zusätzliche Inhalte per QR-Code, Medienstationen sowie perspektivisch AR- und KI-Anwendungen. Gleichzeitig profitieren Besucherinnen und Besucher von kostenfreiem Gäste-WLAN, das Barrierefreiheit unterstützt und insbesondere jüngere Zielgruppen anspricht.
Darüber hinaus stärkt das Projekt die touristische Infrastruktur im Ortskern von Rheinzabern, fördert die digitale Weiterentwicklung des Museums und schafft die technische Basis für Anwendungen wie das Klimamonitoring. So trägt die Maßnahme nicht nur zur Zukunftsfähigkeit des Museums bei, sondern auch zur Attraktivität des Standorts und zur nachhaltigen Entwicklung der Region.
Galerie WALDWUNDER in Leinsweiler
Kunst sichtbar machen. Ortsmitte beleben
Der Verein Kultur und Kunst Leinsweiler e.V. hat ein seit Jahrzehnten leerstehendes Ladengeschäft im Ortskern von Leinsweiler erfolgreich zu einer Galerie umgestaltet. Entstanden ist ein neuer Präsentations- und Lagerraum für das eindrucksvolle Kunstobjekt WALDWUNDER.
Nur wenige Meter von Rathaus und Brunnen entfernt gelegen, bietet das große Schaufenster ideale Bedingungen, um das Kunstwerk öffentlich sichtbar zu machen. Passantinnen und Passanten erhalten bereits von außen Einblick, während im Innenraum eine umfassende Betrachtung aller Bestandteile des Objekts möglich ist.
Im Zuge der Umgestaltung wurden die Sandsteinwände restauriert, die Elektrik vollständig erneuert und energieeffiziente LED-Leuchtkörper installiert. Die beschädigte Deckenkonstruktion wurde fachgerecht neu aufgebaut und an die räumlichen Anforderungen angepasst. So konnte ein funktionaler, sicherer und zugleich atmosphärischer Ausstellungsraum geschaffen werden.
Mit der Galerie WALDWUNDER ist ein neuer kultureller Anziehungspunkt entstanden. Das Projekt macht nicht nur ein außergewöhnliches Kunstobjekt dauerhaft öffentlich zugänglich, sondern stärkt zugleich den Naturschutzgedanken, der mit dem Werk verbunden ist. Darüber hinaus belebt die Galerie die Ortsmitte und erhöht die Attraktivität Leinsweilers für Besucherinnen und Besucher.
Freundschaft ohne Grenzen – Leinsweiler & Noyers-sur-Serein
Grenzen überwinden. Begegnungen schaffen.
Der 2024 gegründete Verein Freundschaft ohne Grenzen e.V. macht die neue Partnerschaft zwischen Leinsweiler und Noyers-sur-Serein sichtbar und lebendig. Ziel ist, den grenzüberschreitenden Austausch zu fördern, generationenübergreifende Begegnungen zu ermöglichen und kulturelle sowie touristische Gemeinsamkeiten der beiden Gemeinden erlebbar zu machen.
Bereits 2024 organisierte der Verein eine Französische Woche mit Veranstaltungen rund um Kultur, Wein, Film und kulinarische Traditionen, die großen Zuspruch in Leinsweiler fand. Aufbauend darauf sollen nun digitale Kommunikationsstrukturen geschaffen werden: Eine professionelle Webseite und mindestens ein Social-Media-Kanal erhöhen die Sichtbarkeit des Vereins, erleichtern die Beteiligung und bieten Interessierten niedrigschwelligen Zugang zu Informationen über Aktivitäten und Partnerort.
Die digitale Präsenz ermöglicht zudem die Ansprache jüngerer Zielgruppen, die Vernetzung mit ähnlichen Vereinen in der Region und die Förderung ehrenamtlicher Arbeit durch leicht handhabbare Tools. So wird nicht nur die Gemeindepartnerschaft gestärkt, sondern auch das kulturelle Leben in Leinsweiler erweitert, neue Mitstreiter gewonnen und die Dorfentwicklung aktiv unterstützt.
Jugendtreff Hochstadt
Raum für Kreativität, Gemeinschaft und Perspektiven
In Hochstadt erhält die Jugend erstmals einen eigenen Treffpunkt. Der ehemalige Gewölbekeller des Rathauses wird sorgfältig gereinigt, renoviert und zu einem sicheren, modernen Jugendtreff umgestaltet.
Für den Umbau werden notwendige Investitionen getätigt: Stromleitungen und Leuchtmittel werden erneuert, Boden und Wände saniert, und passendes Inventar angeschafft. Dabei fließen die Ideen und Wünsche der Jugendlichen direkt in die Gestaltung ein, um ihre Kreativität und Eigeninitiative zu fördern.
Der Jugendtreff bietet einen geschützten Raum für Begegnung, Freizeitaktivitäten und gemeinsames Lernen. Er stärkt das soziale Miteinander, unterstützt Jugendliche bei der Entwicklung von Lebensperspektiven und ermöglicht das Entdecken und Entfalten individueller Talente – unabhängig von schulischen Leistungen. Darüber hinaus leistet der Treff einen wichtigen Beitrag zur Attraktivität des Ortskerns und verbessert das Dorfbild, während er gleichzeitig die Lebensqualität der jungen Generation in Hochstadt nachhaltig steigert.
Wanderwegesanierung am Föhrlenberg bei Leinsweiler
Sichere Wege für Familien und Naturfreunde
Der Verein für Tourismus Leinsweiler e.V. engagiert sich für den Erhalt und die Attraktivität der Wanderwege rund um Leinsweiler. Auf der Nordseite des Föhrlenbergs führt ein schmaler, malerischer Waldweg, der zwei markierte Touren zur Kaltenbrunnquelle miteinander verbindet. Dieses Teilstück ist besonders beliebt bei Spaziergängern, Wanderern und jungen Familien. Nach Regenfällen ist der Weg jedoch stark unterspült, schlammig und schwer passierbar – für Kinderwagen oder ältere Besucher fast unzugänglich.
Um die Sicherheit und Begehbarkeit wiederherzustellen, wurde das Wegstück gemeinsam mit dem Forstamt und einer Wege- und Landschaftsbaufirma begutachtet. Die notwendigen Sanierungsmaßnahmen wurden genau ermittelt, sodass die Arbeiten gezielt umgesetzt werden können. Ziel ist es, den Weg dauerhaft stabil, wetterfest und komfortabel begehbar zu gestalten.
Mit der Sanierung werden nicht nur die Attraktivität und Nutzbarkeit der Wanderwege verbessert, sondern auch ein Beitrag zur Naherholung, Familienfreundlichkeit und touristischen Entwicklung des Ortes geleistet. Besucherinnen und Besucher aller Altersgruppen erhalten so die Möglichkeit, die Natur des Föhrlenbergs sicher zu erleben und die Umgebung von Leinsweiler noch intensiver zu genießen.
Wandmalerei in Wörth
Kunst belebt. Orte erstrahlen.
Unter der Leitung des Künstlers Andreas Hella werden in Wörth mehrfach verunstaltete Wandflächen – etwa Unterführungen, Stütz- und Trennwände bei Schulen sowie Wände von Schulgebäuden – in professioneller künstlerischer Arbeit neu gestaltet. Ziel ist es, durch kreative Wandmalerei Orte aufzuwerten, das ästhetische Empfinden der Bürger zu stärken und die Phantasie anzuregen.
Die Motive werden konzeptionell gemeinsam mit Sprayern, Schülern und weiteren Beteiligten entwickelt. Die Wände werden fachmännisch vorbehandelt, grundiert und anschließend mit hochwertigem Farbmaterial künstlerisch gestaltet. So entstehen optisch ansprechende, lebendige Flächen, die den bisherigen Schmuddelcharakter ablösen und das Umfeld nachhaltig aufwerten.
Die Projekte fördern nicht nur das Gemeinschaftsgefühl vor Ort, sondern steigern auch die kulturelle und touristische Attraktivität der Stadt. Wandmalereien können in touristische Routen integriert werden – zum Beispiel als Teil von „Radel ins Museum“-Touren – und tragen dazu bei, den Ruf des Ortes als kunst- und kulturfreundlich zu stärken.
Installation einer Fledermausstele in Insheim
Lebensräume schaffen. Artenvielfalt fördern.
Der Naturschutzverband Südpfalz e. V. (NVS) setzt sich aktiv für den Schutz der Fledermauspopulationen in Deutschland ein, die seit den 1970er Jahren stark zurückgegangen sind. Ursachen sind unter anderem Nahrungsmangel durch Insektizide, fehlende Quartiere in Altholzbeständen oder Dächern sowie ungeregelte Windkraftanlagen.
Um dem entgegenzuwirken, wurde auf einem Grundstück in Insheim südlich von Landau ein Projekt zur Förderung von Sommerquartieren und Wochenstuben für verschiedene Fledermausarten umgesetzt. Das Nahrungsangebot wird durch gezielte Pflanzungen gefördert, die Beuteinsekten anziehen. Ein zentraler Bestandteil ist die Errichtung einer freistehenden Fledermausstele, die unterschiedlichen gebietstypischen Arten Quartiere bietet. Die Umsetzung erfolgt ehrenamtlich durch Mitglieder des NVS.
Die Fledermausstele ergänzt das bereits bestehende Projekt „Fledermaus-Biotop auf der ehemaligen Schießanlage in Insheim“ (2018–2025), bei dem Winterquartiere eingerichtet, Sommerquartiere und Wochenstuben geschaffen sowie das Nahrungsangebot für Fledermäuse erhöht wurden. Der Erfolg der Maßnahmen wird regelmäßig durch das Monitoring des Arbeitskreises Fledermausschutz Rheinland-Pfalz dokumentiert.
Das Projekt trägt nachhaltig zur Erhaltung der Natur, Pflege der Kulturlandschaft und Förderung der Artenvielfalt bei. Es schafft neue Lebensräume, vernetzt bestehende Biotope und stärkt den Tier-, Natur- und Klimaschutz in der Region Südpfalz.

